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projeto Guará : Projekt Guará

PK & fabula Brasil_Seite_49

Beschreibung:

Der Nordosten Brasiliens ist seit der 1999 in Recife abgehaltenen COP3 [Conferençia das Partes (UNO)] zum dynamischen Zentrum des Kampfes gegen Wüstenbildung am lateinamerikanischen Kontinent geworden.

Während des partizipativen Parallelforum der Organisierten Zivilgesellschaft wurde die ASA (Articulação no Semi-Arído Brasileiro; www.asabrasil.org.br) gegründet.

Heute mit Regierungsunterstützung verantwortlich für die Umsetzung eines ambitionierten, ganzheitlichen Wiederaufforstungsprogramms dessen Kern das PM1C (Programm zum Bau einer Million Zisternen) darstellt.

fabula (www.fabula.tv) ist zusammen mit der Trägerorganisation der Forschungsstation „Ilha do Cajual“ AMAVIDA (www.amavida.org.br) eine der gestaltenden Kräfte der ASA-Maranhão. Beide NRO´s suchen mit der Umsetzung des ökosozialen Schulungs- Projekts Guará im Rahmen der ASA-Ma neue Maßstäbe für überregionale, ganzheitliche Basisarbeit im Sinne der Agenda21, Kapitel 12, und der Permakultur zu setzen.

Die im Rahmen der ASA-Ma bereits mobilisierte und/ oder bereits vom „P1MC – Programa de um Milhão  de Cisternas“  unterstützte Bevölkerung Maranhãos bittet um weiterführende Aktivitäten zur Verbesserung der Lebens- bzw. Umweltbedingungen, im speziellen technische Ausbildung zur Verbesserung der familiären Agrarwirtschaft, des Wasserhaushalts und der sanitären Einrichtungen.

Da im Moment keine dieser Aktivitäten von der nationalen ASA gefördert werden, entschloss sich die Führung der ASA-Ma zusammen mit den beiden Partner – NRO´s AmaVida und fabula den bereits mobilisierten Repräsentanten dies in Form eines Permakultur-lehrgangs anzubieten. Die bestehende Forschungsstation „Ilha do Cajual“  bietet  beste Laborbedingungen, um Theorie und Praxis der Ausbildung umzusetzen und wird so zu einem Capacity – Building Zentrum der ASA-Ma.

Mit der schrittweisen Realisierung des Projekt Guará durch die Wiederaufnahme der Lehr- und Forschungsaktivitäten an der Forschungsstation „Ilha do Cajual“ soll im Sinn der Permakultur Kontakt mit der ansässigen Bevölkerung entstehen und respektvoll Freundschaft geschlossen werden. Ebenso soll die Leitung der Forschungsstation sich in das dortige Sozialgefüge durch  Teilnahme an gemeinschaftlichen Arbeiten (Wegerschließung, Feldbestellung),  sportlichen Aktivitäten (Fußball) und festlichen Veranstaltungen (Tambor de Creola) integrieren bzw. die Bevölkerung zur Teilnahme am Projekt Guará eingeladen werden.

Aus diesem Zusammenleben heraus soll gegenseitiges Vertrauen und Verständnis erwachsen. Durch dies ist erst dann eine genauere Analyse der bestehenden und neu entstehenden sozialen Gefüge möglich.

Im Moment gliedert sich die ansässige Bevölkerung in Zuwanderer und Alteingesessene, vorweg Schwarze so genannte Quilombolas. Bei eventuellen Bestrebungen der Einheimischen, sich als Quilombola – Minderheit rechtlich zu qualifizieren kann die Leitung der Forschungsstation unterstützend wirken. Auch kann durch die Bemühungen der beteiligten NRO´s AMAVIDA und fabula versucht werden, dauerhaftes Lehrpersonal für den dort im Augenblick nur manchmal funktionierenden Schulbetrieb zu gewinnen.

Eine weitere Beachtung verdient die Tatsache, dass viele der dort beheimateten Familien Mitglieder in den Favelas (Slums) der nahe gelegenen Hauptstadt São Luís haben. Das heißt, es können urbane Konflikte auf die Insel überschwappen bzw. andersherum können Lehrtätigkeiten und die Schaffung von verbesserten Lebensbedingungen auf der Insel vorbeugend diesen Großstadt-problemen entgegenwirken.

Durch den Austausch von Wissen und Kenntnissen bzw. die Entwicklung von weiteren Projekten ist die Stärkung von alten Produktionskreisläufen, z. Bsp. die Babaçukokusnußölproduktion, Fischfang, Landwirtschaft und Viehzucht, und die Erweiterung derselben bzw. die Schaffung neuer Wirtschaftskreisläufe (Holzproduktion, Gewerbe, sanfter Tourismus) möglich. Auch ist es erstrebenswert partizipativ ein wirtschaftlich autonomes nachhaltig funktionierendes Ökosystem zu schaffen.

Da die Insel ein bis jetzt nicht näher definiertes Umweltschutzgebiet ist, bietet sich durch die Ausführung des Projekts verstärkt die Möglichkeit in die Diskussion über den Status der Insel einzugreifen und bei der Gestaltung des Flächen- und Bebauungsplans im Sinn der  Permakultur mitzuarbeiten. Durch das Miteinanderleben und die dem Projekt nachfolgenden Lehraktivitäten soll sich auch Brandrodung, Überfischung, illegale Jagd auf den vom Aussterben bedrohten Guará (Eudocimus Ruber) und illegaler Holzverkauf vermindern. Weiters sollen langfristig gezielt Aktivitäten (z.Bsp. Bau von Zisternen, Verbesserung des Wasserhaushalts,  Wiederaufforstung) gesetzt werden, um den Oberflächenwassergehalt zu erhöhen.

Schon bei der Projektentwicklung wurde versucht das Projekt auf eine möglichst breite Diskussionsbasis zu stellen, wobei neben den oben genannten Aspekten auch noch die Spiritualität bzw. die Kultur erläutert wurde. Dies ist besonders bei Quilombola abstammender Bevölkerung von Relevanz, da Arbeitsgewohnheiten bzw. Lebens- und Raumgestaltung auch von den spirituellen Kräften der Dinge abhängen.

  • Armutsbekämpfung wird mit Hilfe zur Selbsthilfe erwidert, in erster Linie durch Schulungen im Sinn der Permakultur;
  • demokratiefördernd ist der partizipative Charakter der zu realisierenden Aktivitäten;
  • unterstützend kann die Leitung der Forschungsstation „Ilha do Cajual“ bei menschen- bzw. völker-rechtlichen Fragen wirken;
  • bevorzugte Zielgruppen bei der Realisierung unserer Projekte sind Frauen, Jugendliche, Kinder und zuletzt Familienväter;
  • all unsere Projekte werden nach den Prinzipien der Permakultur entwickelt, das wiederum entspricht den höchsten Umwelt-verträglichkeitskriterien.

Alle direkt und indirekt am „Projekt Guará“ beteiligten Personen, insbesondere die durch Trockenheit bedrohte Bevölkerung, Sozialarbeiter, Umweltplaner, interdisziplinäre Techniker und Facharbeiter, ausführende Kräfte der Agenda 21, NRO AMAVIDA, NRO fabula, ASA-Ma sind unmittelbare Zielgruppen.

Im speziellen sollen die im Rahmen der ASA-Ma bereits mobilisierten Repräsentanten der jeweiligen lokalen bereits vom „P1MC – Programa de um Milhão  de Cisternas“  unterstützten Bevölkerung zu Permakultur-Designern und so zu Multiplikatoren im Sinne der Agenda21 ausgebildet  werden.

Am Projekt Guará beteiligt sind neben den NRO´s AMAVIDA und fabula außerdem die ADA (Austrian Development Agency), die Permakultur – Akademie im Alpenraum (Stainz – Steiermark), die GPUFPA – (Grupo de Permacultura da Universidade Federal do Pará / Permakultur-Gruppe der bundesstaatlichen Universität von Pará) und das WULZ AV CENTER (Innsbruck).

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fabula is a non-governmental organization operating in Brasil and Europe to foster a sustainable and ecological use of our environment. It is based on a permaculture philosophy.

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